Faire Milchpreisstrategie

Berchtesgadener Land punktet beim Endverbraucher

Milchpreise und Glyphosat-Verbot beherrschten im vergangenen Jahr die Medien, ging es um die Landwirtschaft. Daran hat sich nichts geändert, denn der Verbraucher lehnt den Einsatz von Totalherbiziden mit Glyphosat mehrheitlich deutlich ab.

Berchtesgadener Land
Berchtesgadener Land (Bild: Pixabay)

Am 02. März 2018 fand die traditionelle Informationsveranstaltung über die aktuelle Situation der Molkereien statt. Knapp 800 Bäuerinnen und Molkereigenossenschaften nahmen teil. Milchpreise und das Glyphosat-Verbot waren die beherrschenden Themen der Veranstaltung.

Vorstandsvorsitzender Andreas Argstatter und Geschäftsführer Bernhard Pointner der Milchwerke Berchtesgadener Land gaben zudem einen Ausblick in die Zukunft, wie Molkereien erfolgreich am Markt bestehen können. Dabei konnten die beiden Akteure auf die erfolgreiche Firmengeschichte und umfangreiche Erfahrungen der Marke Berchtesgadener Land zurückgreifen.

Steigende Milchpreiserzeugnisse

Das vierte Quartal 2017 war vor allem von steigenden Preisen für Milcherzeugnisse gekennzeichnet. Der Endverbraucher musste 2,50 Euro und mehr pro Stück Butter berappen. Die Preise für Milch bewegten sich Richtung 40-Cent-Marke, was der Konsument ebenfalls im Geldbeutel zu spüren bekam, denn auch die Preise für den Liter Milch stiegen merklich an. Fettknappheit am Markt sei der Grund für die Preissteigerungen. Milcheiweiß blieb hingegen wertstabil. Dafür sorgten hohe Investionslagerbestände von 380.000 Tonnen Magermilchpulver.

Eine Preisstabilität bei Milch gibt es schon seit längerer Zeit nicht mehr. Die Preise für Butter sind wieder merklich gesunken. Im Februar 2018 betrug der Preis für ein Stück Butter bei Harddiscountern nur 1,20 Euro. Als Konsequenz sinken die Preise europaweit und Landwirte weiten ihre Produktion wieder aus. Die stagnierende Nachfrage nach Milch weltweit sorgt dafür, dass sich die Preisspirale nach unten bewegt. „Die Anforderungen von Gesellschaft, Politik und Medien an uns Landwirte werden weiter steigen. Wir als Molkereigenossenschaft müssen und werden uns diesen stellen“, erklärt Andreas Argstatter. „Die dabei entstehenden Kosten müssen aber unseren Landwirten gut und fair bezahlt werden – andernfalls wird auch bei uns im Berggebiet die Anzahl der Betriebsaufgaben steigen“, so Argstatter weiter.

Aktuelle Milchpreise bei Berchtesgadener Land

Die aktuellen Milchpreise der Molkerei Berchtesgadener Land stehen bei:

  • konventionelle Milch 42,5 Cent bzw. Bergbauern 43,5 Cent (47 Cent brutto)
  • Biomilch 54,00 Cent (60 Cent brutto) (Naturland)
  • 55,00 Cent (61 Cent brutto) (Demeter)

Das Unternehmen setzt weiterhin auf faire Milchpreise, um dem weiteren Strukturwandel entgegenzuwirken.

Glyphosat-Verbot und Trends von morgen

In der Molkerei Berchtesgadener Land setzt man konsequent auf grüne Gentechnik und verzichtet auf den Einsatz von Totalherbiziden mit dem Wirkstoff Glyphosat. Im Oktober vergangenen Jahres sprach das Unternehmen ein Anwendungsverbot für Wiesen und Ackerland bei Berchtesgadener Land aus. Der Verbraucher honoriert das mit einer deutlich gestiegenen Nachfrage der Produkte.

Die Molkerei blickt intensiv in die Zukunft und erforscht Trends. Veränderungen des Einkaufsverhaltens, Gebindegrößen und Produkte stehen dabei genauso im Mittelpunkt wie Nachhaltigkeit und der konsequente Einsatz von Bio- und Fair-Rohstoffen für die Endprodukte.

Hofbesichtigungen für Schulen und Kindergärten werden weiterhin angeboten, damit auch die Jüngsten einen Einblick in die Landwirtschaft und die Produktion der Erzeugnisse bekommen, die sie täglich konsumieren. „Jedes Kind sollte einmal einen Bauernhof gesehen haben und selber erleben dürfen, wie Milch erzeugt wird“, so Geschäftsführer Bernhard Pointner. „Dies fördert das Verständnis für die auf unseren Höfen übliche bäuerliche Landwirtschaft und damit das Vertrauen in die Berchtesgadener Land Produktqualität.“