Schulessen

Berlins Bezirke vor Problemen

Kostenlose Mahlzeiten ab Schuljahr 2019/2020 stellen die Berliner Bezirke vor große logistische Probleme. Schon heute herrscht akuter Platzmangel.

Essen in der Schulmensa
Zur Versorgung der Kleinsten in der Schule mit Mittagessen muss ausreichend Platz vorhanden sein (Foto: Pixabay)

Im Berliner Bezirk Pankow nehmen schon heute viele Schüler ihre Mahlzeiten im Flur oder in Gruppenräumen ein, weil es einfach keine Plätze in Mensen und Freizeiträumen gibt. In Grundschulen ist es inzwischen üblich, in bis zu fünf Staffeln nacheinander zu speisen. In Steglitz-Zehlendorf sieht es nicht viel besser aus, wo die ersten Mahlzeiten in manchen Schulen schon 10:30 Uhr gereicht werden. Gesund ist das nicht.

Ab 2019/2020 wird das Essen für Grundschüler kostenlos und dann dürften die Probleme in der Versorgung erst richtig beginnen. Man rechnet damit, dass die Zahl der am Schulessen teilnehmenden Kinder sprunghaft ansteigen wird. Doch die Kapazitäten reichen nicht aus. Die Senatsbildungsverwaltung bekam einen Brief aus Steglitz-Zehlendorf, in dem der Bezirkselternausschuss aufgefordert wird, „ein Konzept zur Umsetzung des kostenlosen Mittagessens“ zu liefern.

Solch ein Konzept fehlt, weil es noch keine Rechtsgrundlage zur Umsetzung gibt, wie die Sprecherin der Senatsverwaltung für Bildung, Beate Stoffers, der Berliner Morgenpost mitteilte. Man arbeite zwar an einem Konzept. Aber das kann erst mit entsprechender Rechtsgrundlage veröffentlich werden.

So sind vor allem die Schulstadträte gefragt, die nach zusätzlichen Räumen suchen wie in Reinickendorf und Unterrichtsstunden auf den Nachmittag zu verschieben, weil die Räumlichkeiten gebraucht werden wie in Treptow-Köpenick. Vor allem in finanzschwachen Gegenden wird mit einem Anstieg der kleinen Gourmets gerechnet. In Neukölln kommen Caterer mehrmals am Tag, um die gewünschten Mengen liefern zu können. Wie viele Schüler ab kommendem Schuljahr zusätzlich zu erwarten sind, kann man derzeit nur schwer abschätzen. Neben der Teilnahme an den regionalen Werkstätten „Mittagessen in der Ganztagsschule“ der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie führe man bezirksseitig Gespräche mit den Caterern.