Bio-Gemeinschaftsverpflegung

Bundesagrarministerium verfehlt eigene Öko-Ziele

Im Bundestag werfen die Grünen dem Bundeslandwirtschaftsministerium Scheitern bei den selbstgesteckten Bio-Zielen in den eigenen Kantinen vor, berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ).

Bio-Gemeinschaftsverpflegung
(Symbolfoto: M.Dörr & M.Frommherz /stock.adobe.com)

Die Zeitung beruft sich dabei auf eine Antwort der Bundesbehörde auf Anfrage der Grünen, wonach derzeit mindestens zehn Prozent der Lebensmittel in der Ministeriumskantine aus Bio-Produktion stammten. Zur Eröffnung der Messe Biofach 2016 stellte das Ministerium die Zukunftsstrategie ökologischer Landbau vor. Als Zielmarke wurden damals mindestens 20 Prozent Ökolandbau in Deutschland angegeben.

Landwirtschaftsministerium scheitert an seinen geringen Ansprüchen

Definiert wurden 25 Maßnahmen zur Zielerfüllung. Dadurch wollte das Ministerium, dem Strategiepapier zufolge, eine Vorbildfunktion einnehmen. „Das Landwirtschaftsministerium scheitert schon an seinen geringen Ansprüchen", hält Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter fest. „Das ist ein Beleg, wie nachlässig das Ministerium mit dem Thema Ökolandbau umgeht", so Hofreiter in der NOZ.

Eine Maßnahme des Strategiepapiers sah die Aufstockung des Bio-Anteils in den hauseigenen Kantinen vor. Die öffentliche Hand müsse als Vorreiter vorangehen, hieß es in der Begründung. Wie das Ministerium den Grünen aber jetzt mitteilt, liegt der Anteil in der Kantine einer nachgeordneten Behörde bei nur fünf Prozent. In Deutschland wächst der Anteil ökologischer Landwirtschaft insgesamt kontinuierlich. Bis zum Ziel von 20 Prozent der Agrarfläche ist es aber noch ein langer Weg. Derzeit liegt der Anteil bei unter zehn Prozent. In einigen Bundesländern wie Niedersachsen liegt der Anteil bei unter fünf Prozent.

Entscheidungsträger für Bio-Thema sensibilisieren

Das mit der öffentlichen Beschaffung verbundene Potenzial zur Stärkung des ökologischen Landbaus wird bisher unzureichend genutzt. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft plant daher im Rahmen eines praxisbezogenen Projektes zu evaluieren, ob und wie bei der Beschaffung von Lebensmitteln und Getränken im Geschäftsbereich des Ministeriums der Anteil von Bioprodukten auf 30 Prozent gesteigert werden kann.

Im Zuge des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) wird zudem eine deutschlandweite Informationsoffensive „20 plus X“ durchgeführt, damit der Anteil ökologisch erzeugter Produkte in möglichst vielen öffentlichen Einrichtungen auf Bundes-und Landesebene sowie in den Städten und Gemeinden bei mindestens 20 Prozent des entsprechenden Wareneinsatzes liegt.