April, 2015

Electrolux Professional AG

Mit typisch Schweizer Präzision und Ruhe: GV-kompakt schaute bei Electrolux hinter die Kulissen und konnte sich von dem sicheren Gespür der Mitarbeite bei der Verarbeitung von Edelstahl selbst überzeugen.
Fotos: Electrolux

Direkt im Herzen der Schweiz, angeschlossen an die wichtigste europäische Nord-Süd-Achse, liegt die Kleinstadt Sursee. Zürich, Basel und Bern sind von hier weniger als eine Autostunde entfernt. Luzern ist in 15 Minuten zu erreichen. Neben einer hervorragenden Infrastruktur machen auch der mittelalterliche Stadtkern und die intakte Landschaft Sursee attraktiv. Das idyllische Städtchen liegt eingebettet im Surental und grenzt an den Sempachersee. Standortvorteile, die seit 2012 das weltweit agierende Unternehmen Electrolux noch intensiver nutzt. Auf einer Gesamtfläche von 25.970 Quadratmetern baute es in der Allmendstraße 28 in Sursee den neuen Firmenstandort von Electrolux Professional, der Konzernsparte für den gewerblichen Kundenkreis. Er beherbergt die Entwicklungsabteilung, Produktionshallen für die Thermaline-Serien, Laboratorien sowie das Qualitätsmanagement. Mit Büros, Konferenzräumen, Ausstellungs- und Schulungsküchen fungiert er auch als Therma-Kompetenzzentrum zur Unterstützung von Küchenplanern und Kunden.

Tradition und Know-how eines Jahrhunderts

„Die Eisenwarenproduktion in Sursee blickt allerdings schon auf eine lange Geschichte zurück“, erzählt Alberto Mattei, International Sales Support Manager des Therma-Kompetenzzentrums. „Sie begann bereits 1871 mit der Gründung der Ofenfabrik Sursee“, sagt er mit zurückhaltendem Stolz. 1966 sei nach einem Firmenzusammenschluss die Therma Großküchen AG entstanden, die 1978 Teil des Electrolux-Konzerns wurde. „Viele Jahre haben wir unsere Herde, Pfannen und Kessel in Sursee gebaut und hatten den Vertrieb und das Marketing am Standort Aarau“, blickt er zurück. „Seit 2012 konzentriert sich nun Forschung und Entwicklung, Produktion, Testlabor, Verkauf, Service, Kundendienst, Showroom und Ausbildung hier in Sursee unter einem Dach.“

Geothermisches Konzept zur Schonung der Umwelt

Beim Rundgang durch die Produktion macht Christoph Kampmann, Regional Manager D-A-CH im Geschäftsbereich Foodservice, auf die Besonderheiten des Neubaus aufmerksam. „Ein geothermisches Konzept sorgt dafür, dass die Gebäude hier am Standort ohne Verwendung fossiler Brennstoffe klimatisiert werden“, sagt er und erläutert das Verfahren: „Im Winter werden sie mit Hilfe von Wärmepumpen und Erdwärme beheizt, im Sommer wird die Anlage mit derselben Technologie gekühlt. Dadurch senken wir unseren Energieverbrauch um 70 Prozent und verringern die CO2-Emissionen beträchtlich.“ Zudem würden auch ein hochmoderner Laser und die neu installierte Beleuchtung zusätzlich für Energieersparnis sorgen.

Modernste Technologie und geschickte Fachleute

Insgesamt rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bei Electrolux Professional in Sursee beschäftigt. Etwa 80 von ihnen arbeiten im „Herzstück“ des Werks, wie es Alberto Mattei nennt, in der Manufaktur. Hier fertigen sie aus feinstem Edelstahl ein breites Portfolio zur Ausstattung gewerblicher Küchen. Es umfasst das Thermaline ProThermetic-Sortiment mit stationären Druckkochkesseln sowie kippbaren oder stationären Kochkesseln, Bratpfannen und Druckgarbraisièren, Herdblocks der neuen Thermaline M2M Made to Measure-Serie mit mehr als 40 Optionen sowie die Modular Herdserien Thermaline 80, 85 und 90.

Gleich links am Eingang zur Halle verrichtet ein vollautomatisierter Laserschneider sein nimmermüdes Werk. 24 Stunden ist er im Einsatz und schneidet mit äußerster Präzision die benötigten Blechteile zurecht. Unweit davon hat mit stattlichen 1,3 Tonnen eine Biegemaschine ihren Platz. „Sie kann auf 0,3 Grad genau arbeiten“, erklärt Mattei einen ihrer Vorzüge und stellt weitere modernste Maschinen vor; den Schleifroboter beispielsweise, der nicht nur besonders präzise arbeiten könne, sondern auch viel Zeitersparnis im Vergleich zur Handarbeit ermögliche. Oder einen Plasmaschneider zum Ausarbeiten runder Formen. „Durch den Automatisierungsgrad und moderne Technologien konnten wir 2014 die Produktion hier im neuen Werk um 20 bis 30 Prozent, je nach Modul, gegenüber dem Vorjahr steigern, berichtet Christoph Kampmann. Daran hätten aber auch optimierte Arbeitsbedingungen ihren Anteil, ergänzt Alberto Mattei, wie angenehmere klimatische Bedingungen, bessere Lichtverhältnisse, reduzierte Lärmund Staubbelastung. Die Schweißer, Schleifer, Monteure und Techniker in der Halle sind überwiegend Fachkräfte mit Erfahrung und Geschick. Regulär arbeitet sie in der Produktion im Ein-Schicht-Betrieb. „Gelegentlich fallen Überstunden oder Samstagsarbeit an, wenn Aufträge zum Termin fertig werden müssen“, räumt Mattei ein. „Die Kollegen in der Manufaktur haben fast alle ein besonderes Gespür fürs Material, für unseren Chrom-Nickel-Stahl“, sagt er anerkennend. So entstehe ein Sortiment, das mit hochmoderner Technologie, außerordentlicher Qualität, innovativem Design und bedienungsfreundlicher Funktionalität punkten könne, ist Mattei überzeugt.

Sorgfalt und Liebe für ausgezeichnetes Design

Nicht zu vergessen sei die Eleganz. Was genau er damit meint, demonstriert Alberto Mattei an einem anschaulichen Beispiel: Ein i-Tüpfelchen der Thermaline-Herdserie 80 und 90 sind gelaserte Glasblenden. Sie verleihen den Geräten nicht nur einen edlen Look, sondern erfüllen auch sämtliche Hygieneanforderungen und sind ewig haltbar. „Und das Beste ist, wir fertigen sie bei uns im Haus“, meint er schmunzelnd. Mit beinahe andächtiger Ruhe und liebevoller Sorgfalt richtet der Kollege dafür den Laser ein, startet den minutenlangen Vorgang und präsentiert mit sichtlichem Stolz schließlich das fertige Element. So viel Schönheit bleibt auch extern nicht unbemerkt: Die Thermaline M2M – Made to Measure wurde bei einem der weltweit größten und namhaftesten Design-Wettbewerbe mit dem Red Dot Award 2014 geehrt. Der an Electrolux Professional vergebene Preis „Best of the Best” stellt die höchste Auszeichnung in der Kategorie Produktdesign dar.

Fertigung auf Bestellung und nach Wunsch

Herde und Herdanlagen, Kochkessel und Pfannen der Thermaline-Serien werden in Sursee nur auf Auftrag gefertigt. Pro Jahr sind es etwa 2.800 bis 3.000 Stück. Ein Lager benötigt der Standort nicht. Die Produkte gelangen nach Fertigstellung umgehend zur Auslieferung. Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhalten die Ware direkt aus dem Werk. Alle anderen werden über ein Zwischenlager in Italien versorgt. „Von der Auftragserteilung bis zur Übergabe des funktionierenden Produkts an den Kunden benötigen wir fünf bis neun Wochen“, beschreibt Regional Manager Christoph Kampmann die Abläufe. Modulare Teile seien in der kürzesten Frist fertig. Maßanfertigungen bräuchten hingegen etwas länger, präzisiert er. „Einer unserer spektakulärsten Aufträge in jüngster Zeit war eine acht Meter lange Herdanlage, die mehr als eine Tonne wog“, erzählt Kampmann. Nach neun Wochen intensiver Arbeit war das Schmuckstück fertig. Generell nimmt der Wunsch nach individuell gefertigter Küchentechnik zu, ist seine Beobachtung. „Durch unsere hochmoderne Fertigung und das Know-how unserer Mitarbeiter können wir den Wünschen Rechnung tragen“, freut er sich. „Kürzlich hat beispielsweise erstmals ein Kunde einen Gas-Wok für seine Profiküche bestellt. Wir haben ihm das Gerät genau nach Wunsch gebaut.“

So individuell wie die Kundenwünsche, sind auch die Referenzen, über die sich Electrolux Professional freut. So gehört neben Sternerestaurants und exklusiven Hotels, wie The Chedi Andermatt, auch die Kantine der Universität Zürich im Irchel Campus mit 3. 500 Essen für die Studierenden und Universitätsmitarbeiter zum Kundenkreis. Als speziellen „Volltreffer“ erwähnt Kampmann gern den traditionsreichen Fußballverein 1. FC Union Berlin. Die durch Electrolux Professional ausgestattete Küche serviert an Heimspieltagen über 1.900 Mahlzeiten. „Wir haben bei diesem Hersteller alles aus einer Hand, was für uns wichtig ist. Von qualitativ hochwertigen und innovativen Produkten bis hin zu einem schnellen, regulierbaren und guten Service, der uns jederzeit zur Verfügung steht. Deswegen haben wir uns das Premiumprodukt unter den Küchengeräten angeschafft”, begründet der Küchenchef beim Fußballverein, Benjamin Schlote, die Entscheidung.

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