United Against Waste (UAW) Mitgliederversammlung

Lebensmittelverschwendung vermeiden

Anfang November 2018 veranstaltete der United Against Waste e. V. gemeinsam mit der Ikea Deutschland GmbH & Co. KG seine Mitgliederversammlung in Kaarst.

(Foto: Andrey Popov/stock.adobe.com)

„Innerhalb der letzten sechs Jahre ist die Zahl der Mitglieder von anfänglich zwölf auf über 100 angewachsen. Diesen Erfolg hat damals keiner erwartet“,  hob der Vorstandsvorsitzende Klaus Ridderbusch die positive Entwicklung des Vereins hervor. „Wir haben seinerzeit nicht auf Vorgaben seitens der Politik gewartet. Und jetzt sind wir europaweit die Einzigen, die valide Daten aus über 400 Abfallmessungen vorliegen haben. Damit haben wir ein deutliches Zeichen gesetzt“,ergänzte Torsten von Borstel, UAW-Geschäftsführer.

Aktive Unterstützung bei der Umsetzung

Das Thema der Vermeidung von Speiseresten ist dank UAW in der Food-Branche und in der breiten Öffentlichkeit angekommen. Die Voraussetzung dafür hat der Verein mit seinem Abfall-Analyse-Tool sowie seinen umfangreichen Messungen innerhalb der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) geschaffen. Ikea hat seit dem Jahr 2015 eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie verankert. „Wir sind die erste Systemgastronomie in Deutschland, die die komplette Kaffee-, Tee- und Kakao-Range in den Restaurants und Cafés aus biologischer Produktion anbietet“, betont Tanja Schramm, Country Food Manager Deputy.

Das Unternehmen plant darüber hinaus bis 2020 seinen Lebensmittelabfall (LMA) in den Restaurants um 50 Prozent zu reduzieren. 2018 arbeitete man dafür gemeinsam mit UAW ein ganzheitliches Food-Waste-Management-System aus. „Wir haben sechs Wochen lang unsere Lebensmittelabfälle gemessen. Ohne überhaupt Maßnahmen zu ergreifen, konnten wir direkt 10 Prozent einsparen. Anschließend haben wir in all unseren Ikea-Stores Workshops durchgeführt und Maßnahmen zur Reduzierung entwickelt“, sagte Andreas Essler, Operations-Manager IKEA Food, der das das gesamte Projekt begleitet. In allen Restaurants wird derzeit eine zweite Messung durchgeführt, um weitere Einsparungen dezidiert dokumentieren zu können.

UAW Aktionsprogramm „50 % Reduce Food Waste“

Weiteres Schwerpunktthema der Mitgliederversammlung war unter anderem die Studie „Lebensmittelverschwendung – was tut die Politik“, die Tanja Dräger de Teran, WWF, vorstellte. Allein im Bereich der Außer-Haus-Verpflegung landen deutschlandweit jährlich mehr als 18 Mio. Tonnen Nahrungsmittel im Müll. Davon wäre über die Hälfte vermeidbar gewesen. „Wir haben festgestellt, dass die Vermeidung von LMA in den einzelnen Bundesländern ganz unterschiedlich verankert ist. Auch Zielsetzungen und Schwerpunkte sind verschieden“, sagte Studienkoordinatorin Dräger de Teran.

Eine nationale Strategie zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen ist nicht vorhanden. Die Politik ist gefordert zu handeln. Die Bundesrepublik hat sich mit der Bekennung zu den Sustainable Development Goals (SDGs) dazu verpflichtet, Lebensmittelabfälle bis 2030 um die Hälfte zu reduzieren. Betriebe der der Außer-Haus-Verpflegung bergen aufgrund der vorhandenen Ressourcen und Datengrundlage das größte Potenzial zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen, so das Ergebnis der von UAW Ende 2017 vorgelegten Zwischenbilanz. „Weil wir vergleichbare Zahlen, eine praktikable Messmethode sowie aktive Mitglieder haben, können wir das 50 Prozent Ziel mit vereinten Kräften umsetzen“, zeigt sich von Borstel zuversichtlich.