Konzertierte Aktion Pflege (KAP)

Pflege: Neue Rolle für die Hauswirtschaft vorgesehen

Gemeinsam mit dem Deutschen Hauswirtschaftsrat arbeitet das Bundesgesundheitsministerium an Vorschlägen, wie hauswirtschaftliche Fachkräfte noch stärker in die hauswirtschaftliche Versorgung von Pflegebedürftigen einbezogen werden können.

Pflege: Neue Rolle für die Hauswirtschaft vorgesehen
(Symbolbild: Africa Studio/stock.adobe.com)

Anfang Juni 2019 stellten Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey, Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Ergebnisse und den Abschlussbericht der gemeinsamen Konzertierten Aktion Pflege (KAP) vor.

Weitere Mitarbeit am Projekt geplant

Der Deutsche Hauswirtschaftsrat arbeitete in der Arbeitsgruppe 3 „Innovative Versorgungsansätze und Digitalisierung“ mit.  Er wird an weiteren Projekten zur Umsetzung der Vereinbarungen der KAP beteiligt.

Im Rahmen des Handlungsfelds „Weiterentwicklung von Angebotsstrukturen“ beschäftigt sich ein Kapitel mit „Hilfen bei der Haushaltsführung stärken und Nachfrage decken“. Dort steht geschrieben: „Pflegebedürftigkeit beginnt häufig mit Unterstützungsbedarfen im Bereich der hauswirtschaftlichen Versorgung. Daher ist es für die Versorgung, aber auch den weiteren Verlauf der Pflegebedürftigkeit von großer Bedeutung, dass dieser Unterstützungsbedarf flächendeckend und fachlich kompetent abgedeckt wird.“

Bisher wurden diese für die Domäne Hauswirtschaft selbstverständlichen Zusammenhänge in vergleichbaren Veröffentlichungen noch nie so deutlich benannt. Das Kapitel endet mit dem Auftrag, dass „gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit und den Berufsverbänden der Hauswirtschaft (als Dachverband dem Deutschen Hauswirtschaftsrat) unter Beteiligung der Sozialpartner in einem Workshop die Möglichkeiten erörtert werden, wie hauswirtschaftliche Fachkräfte noch stärker in die hauswirtschaftliche Versorgung von Pflegebedürftigen einbezogen werden können […]“. Das ist ein großer Schritt in Richtung Anerkennung als Berufsgruppe in einer multiprofessionellen Pflege.

Hauswirtschaftliche Verbände und Organisationen können nur gemeinsam etwas erreichen

Die Hauswirtschaft wurde in den Jahren seit Einführung der Pflegeversicherung in der Pflegepolitik nicht beachtet. Sämtliche Initiativen der hauswirtschaftlichen Verbände, fachliche Anforderungen in der Pflegeversicherung zu verankern, führten nicht zum erhofften Erfolg. Mit der Beteiligung des Deutschen Hauswirtschaftsrates an der Konzertierten Aktion Pflege ist nun eine Wende eingetreten.

 „Die Akteure in der Pflege können die fachlich begründeten Argumente nicht mehr übergehen“, so die Überzeugung von Präsidentin Dorothea Simpfendörfer, die mit weiteren Kolleginnen aus der Sektion „Hauswirtschaftliche Dienstleistungsbetriebe“ zum Erfolg beigetragen hat.