Bienen und Nahrungsmittel

Slow Food setzt sich für Bienenschutz ein

Zunehmende Strukturverarmung naturnaher Lebensräume, intensive Landwirtschaft und die Nutzung von Pflanzenschutzmitteln sind schädlich für Bienen und ihre Lebensräume. Bienen wertschätzen und sie schützen, dazu ruft die weltweite Bewegung Slow Food auf.

Bienen müssen geschützt werden (Bild: rupbilder/stack.adobe.com)

„Bienen sind als Bestäuber für die Erzeugung von rund einem Drittel unserer Nahrungsmittel verantwortlich. Mit jedem Tag, an dem wir nicht aktiv für sie eintreten, setzen wir Artenvielfalt und Ernährungssicherheit aufs Spiel“, so Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Germany. Anlässlich des Weltbienentags der UN am 20. Mai 2018 rief die Bewegung öffentlich dazu auf, Bienen und deren Lebensbereich besser zu schützen.

Bienen sind unverzichtbar

Die brummenden Insekten versorgen uns nicht nur mit Honig, sondern sind grundsätzlich einfach unverzichtbar für ein intaktes Ökosystem, im Gartenbau und in der Landwirtschaft und folglich somit auch für unsere Ernährung und unsere Gesundheit. Wild- und Honigbienen haben es jedoch immer schwerer. Ihre Bestände sind mittlerweile stark reduziert und bedroht. Schuld daran ist zu großen Teilen die heute Agrarindustrie, welche das Blütenangebot reduziert und die Bienen mit Pflanzenschutzmittel vergiftet.

Forderung eines Neonicotinoiden-Verbotes

Slow Food fordert deshalb ein Komplettverbot für den Einsatz Neonicotinoiden für alle Kulturpflanzen auf dem Acker und im Gewächshaus. Darüber hinaus will die Bewegung einen Systemwandel in der Landwirtschaft erwirken. „Wir brauchen kluge und starke Bündnisse der Zivilgesellschaft, um Druck auf die Politik auszuüben und Verbraucher aufzuklären. „Wir brauchen kluge und starke Bündnisse der Zivilgesellschaft, um Druck auf die Politik auszuüben und Verbraucher aufzuklären. Mit unseren täglichen Kaufentscheidungen stimmen wir darüber ab, welche Art der Lebensmittelerzeugung hierzulande und international betrieben wird. Übersetzt heißt das auch, Daumen hoch oder runter für die Biene“, unterstreicht Hudson.

Mit Aktionstag Verbraucher sensibilisieren

Bienen stehen für ein ganz besonderes Lebensmittel: Honig. Beim Honigkonsum liegen die Deutschen weltweit an der Spitze. Um unseren Bedarf abzudecken, holen wir uns allerdings etwa 80 Prozent davon von anderen Kontinenten. Die Wertschöpfungs- und Arbeitsprozesse und auch nähere Infos zu den Produzenten sind dem Verbraucher jedoch oftmals nicht bekannt.
Slow Food rief deshalb einen Aktionstag ins Leben, an dem Verbraucher die Produktion in der Imkerei Summtgart (Stuttgart) live miterleben konnten. Imker zeigten Bienenstöcke und erklärten die Besonderheiten wesensgemäßer Bienenhaltung. Darüber hinaus wurden eine Honigverkostung und verschiedene Mitmachangebote präsentiert. Mit diesem Aktionstag will Slow Food die Sensibilisierung für das Thema Bienen bei den Konsumenten vorantreiben.