Jahresprognose gesenkt

Vapianos Expansionsstrategie sorgt für hohe Verluste

Die deutsche Pasta-Kette Vapiano senkt ihre Jahresprognose. Für Aktionäre sind das schlechte Nachrichten. Nachdem das Unternehmen Ende Juni mit 23 Euro Ausgabepreis an der Börse einstieg, sank die Aktie nun auf sieben Euro. Besserung scheint nicht in Sicht.

Symbolfoto Börse
Symbolfoto Börse (Foto: pixabay.com)

Das Problem seien zu hoch gesteckte Ziele. Vapiano sei zu sehr auf Wachstum aus gewesen. So seien einige neue Standorte scheinbar nicht sorgfältig genug ausgesucht worden, denn sie hätten sich nicht so entwickelt wie erhofft.

Kunden kritisieren lange Wartezeiten

Auch das System wird kritisiert. Kunden beschwerten sich über zu lange Wartezeiten. Diese kämen wohl auch deswegen zustande, weil neue, aufwendiger zu kochende Gerichte dazu gekommen seien, meint Michael Lidl von der Unternehmensberatung Treugast.

Die italienisch inspirierte Kette versucht zwar mit der Einführung von Bestellautomaten dem entgegenzuwirken, diese sind jedoch noch längst nicht in allen Filialen eingeführt worden. Eine übergreifende digitale Strategie lässt ebenfalls auf sich warten. Nur die Hälfte der Restaurants liefert Speisen. In der Bestell-App ist bisher keine Bezahl-Funktion integriert.

Wachstum gesunken

Auch wenn es mehrere Gründe gibt, das Ergebnis bleibt gleich: das Wachstum bleibt hinter den Erwartungen zurück. Das Geschäft in den bestehenden Filialen stagniert. Ein von bis zu 19 Prozent verzeichnetes Plus im Gesamtjahr ist allein auf die Neueröffnungen zurückzuführen. 

Auch die Nettoverschuldung wuchs im letzten Jahr. Innerhalb von zwölf Monaten sogar um 63 Millionen Euro auf insgesamt 180 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote lag bei 24,7 Prozent. Aufgrund der negativen Entwicklungen kamen nun Spekulationen auf, wonach Vapiano von Aktionären wie der Familie Herz von der Börse genommen werden könne. Vapiano Chef Jochen Halfmann dementierte dies jedoch. Auch wenn die Investitionen für Neueröffnungen leicht zurückgefahren wurden, werden sie weiterhin getätigt. 

Der Umsatz stieg in den ersten drei Quartalen um 15 Prozent auf gut 271 Millionen Euro, während der Verlust von 18 auf 29,4 Millionen stieg. Diese Zahlen gelten jedoch nur für das Geld, welches bei der börsennotierten Zentrale hängen bleibt. Das Vapiano-System setze gemeinsam mit Franchise-Partnern gut 4000 Millionen Euro um und wuchs außerdem um knappe 10 Prozent.

Aktuell gibt es 220 Vapiano-Restaurants. Das sind 15 mehr als im Jahr zuvor. Der Vorstandschef Halfmann bezeichnet das Geschäft des zweiten und dritten Quartals 2018 als „herausfordernd“. Er hebt jedoch auch hervor, dass es im Heimatmarkt weit besser als im Rest Europas laufe. Es seien bereits Maßnahmen getroffen werden, um Verbesserungen zu erreichen.