EU-Parlamentarier fordern Umbenennung

Veggie-Disc statt Veggie-Burger

Nach dem Willen der Abgeordneten des EU-Parlaments sollen künftig Begriffe wie Burger, Steaks und Wurst ausschließlich für echte Fleischwaren verwendet werden.

Veggie-Disc statt Veggie-Burger

Abgeordnete des Landwirtschaftsausschusses im Europäischen Parlament setzen sich für ein neues Gesetz ein, dass die Begriffsbezeichnung für Wörter wie Steak, Wurst, Schnitzel, Burger und Hamburger regelt. Anfang April 2019 stimmten die Parlamentarier dafür, die Begriffsbezeichnung in den anstehenden Verhandlungen von Europäischer Kommission und EU-Regierungen auf die Agenda zu setzen.

Fleischlobby nicht am Verbot beteiligt

Sie begründen ihren Vorstoß folgendermaßen: Eindeutige Begriffsdefinitionen könnten die Viehhaltung schützen und die Situation der Bauern verbessern. Sinkendes Einkommen und der rückläufige Fleischkonsum der Menschen machen ihnen zu schaffen, so die Parlamentarier. Zudem werden Forderungen, die Landwirtschaft möge doch ökologischer und tierfreundlicher werden, immer lauter. Das geht auf Kosten der Milchbauern und Rinderzüchter.

Die EU-Abgeordneten möchten mit klaren Begriffen Konsumenten besser informieren. „Die Leute müssen wissen, was sie essen“, sagt der zuständige französische Abgeordnete Éric Andrieu. Man beabsichtige nicht, sich gegen vegetarische Produkte zu stellen oder die Fleischindustrie zu unterstützen. Es gehe vielmehr darum, Verbraucher zu schützen. Sie sollen genau wissen, was sich hinter welchem Begriff verbirgt. „Einen Veggie-Burger als Burger zu bezeichnen, ist fast eine Täuschung der Verbraucher“, sagte Andrieu.

Interesse der Verbraucher schützen

Der Landwirtschaftsausschuss schlägt vor, die fleischlose Einlage im Burgerbrötchen Veggie-Disk zu nennen. Die Hersteller können sich bei der Namensfindung noch Zeit lassen. Bevor das Namensverbot in Kraft treten kann, müssen nach der Europawahl im Mai erst noch das gesamte Parlament und alle Mitgliedstaaten zustimmen.

Bereits im Jahr 2017 hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass Begriffe wie Milch, Käse und Butter tierischen Produkten vorbehalten bleiben sollten. Milch beispielsweise aus Sojabohnen und vegane Butter dürften nicht mehr als solche vermarktet werden.

Umweltschützer und die vegetarische Lebensmittelindustrie sehen in dem Gesetzesvorstoß einen Angriff auf die immer beliebter werdende pflanzliche Kost.