Gemeinschaftsverpflegung in Kitas und Schulen

Verzicht auf Schweinefleisch

Das Schweineschnitzel gehört in Deutschland zu den beliebtesten Gerichten, es fehlt auf keiner Speisekarte. In vielen Schulen und Kitas wird es jedoch immer seltener serviert.

In deutschen Schulen und Kitas verschwindet laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) Schweinefleisch zunehmend von den Speiseplänen. Zum einen weil es Kinder aus religiösen Gründen nicht essen und zum anderen, weil es ungesünder ist als anderes Fleisch. Zudem bevorzugen immer mehr Kunden vegetarische Gerichte.

Ungenügende Rentabilität

Kantinen müssten zusätzlich zum Schnitzel ein Alternativgericht anbieten. Das ist teuer und aufwändiger, als ein Einheitsgericht für alle. Deswegen nehmen viele Betriebe Schweinefleisch ganz aus dem Programm, da sie es nicht verkaufen können.

Diese Entwicklung gefällt Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) nicht. Sie spricht sich gegen die Verbannung von Schweinefleisch aus Schulen aus. „Schulessen sollte eine gute Auswahl bieten, dazu gehört auch vegetarisches Essen oder welches ohne Schweinefleisch, aber nicht ausschließlich", sagte sie der Berliner Morgenpost. Die Ernährung müsse gesund und ausgewogen sein. Umgekehrt gebe es auch keine Pflicht, Schweinefleisch zu essen, so die Bundesernährungsministerin.

Kitas und Schulen, insbesondere in Großstädten, haben sich auf die veränderte Nachfrage eingestellt. Viele Einrichtungen achten auf religiöse Besonderheiten. Einige berücksichtigen zudem auch die Wünsche von Allergikern oder Vegetariern. Einzelne Betriebe verzichten sogar ganz auf Fleisch.

DGE-Qualitätsstandards

Die mittlerweile bundesweit geltenden Empfehlungen der Experten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung tragen auch zum schleichenden Verschwinden des Schweineschnitzels bei. Höchstens zweimal pro Woche sollen Kinder und Jugendliche in Kitas und Schulen Fleisch essen, so der Ratschlag. Der Fleischanteil beim Essen in Kantinen sei laut Ernährungsexperten insgesamt zu hoch und könne noch weiter reduziert werden.

Der Trend Weg vom Fleisch ist in vielen Großstädten bereits sichtbar. Andernorts, zum Beispiel in Thüringen, ist dieser jedoch kaum zu spüren. Einer aktuellen Umfrage zufolge wird dort viermal pro Woche Fleisch serviert. Auch in vielen Schulkantinen in Nordrhein-Westfalen kommen täglich Fleischmahlzeiten auf den Teller.

Steuersenkungen würden Essensqualität verbessern

Zur Verbesserung der Essensqualität setzt sich die DGE für Steuersenkungen ein. Eine generelle Absenkung der Mehrwertsteuer für Essen in Kitas und Schulen auf sieben Prozent wäre ein erster Schritt, so die DGE. Der Kostendruck, der zuletzt durch Tarifsteigerungen und den Mindestlohn erheblich stärker geworden ist, würde sich dadurch für viele Anbieter reduzieren. Bundesernährungsministerin Klöckner ist anderer Meinung. Eine pauschale Absenkung der Mehrwertsteuer für Schulessen würde nicht automatisch zu gesünderer Verpflegung beitragen, so die Ministerin