Fachtagung der Landesarbeitsgemeinschaft Hauswirtschaft

Zentrale Themen der Hauswirtschaft im Blick

Die Verbände unter dem Dach der Landesarbeitsgemeinschaft Hauswirtschaft Baden-Württemberg e. V. (LAG) veranstalteten zum zweiten Mal Ende Juni 2018 in Stuttgart eine Fachtagung.

(Foto: Landesarbeitsgemeinschaft Hauswirtschaft Baden-Württemberg e.V.)

Rund 240 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zählte die Veranstaltung. Sozialminister Manfred Lucha (Bündnis 90/Die Grünen), die Präsidentin des Deutschen Hauswirtschaftsrates sowie zahlreiche Referenten inspirierten die Gäste.

 „An uns geht kein Weg vorbei!“

Die Landesbezirksfrauensekretärin bei ver.di, Anette Sauer, ermutigte die Teilnehmenden, mit Kraft, Mut und Ausdauer ihre Ziele zu verfolgen. Betriebe müssen sich ihres eigenen Könnens bewusst sein und auf dieser nach außen vernetzen. Sie begrüßte auf Verbandsebene die Gründung des Dachverbundes, mit dem ein wichtiger Schritt getan sei, um der Hauswirtschaft Gehör zu verschaffen.

Nachhaltigkeit und Inklusion seien Themen, die die Hauswirtschaft schon immer im Blick habe und nach außen hin viel mehr besetzen müsse, sagte Elisabeth Leicht-Eckardt, Professorin für Haushaltswissenschaften an der Hochschule Osnabrück. Für die Einrichtung müsse nach innen und außen „gemeinsam statt einsam“ gelten. Aus diesem Grund begrüßt sie das SAHGE-Modell von Prof. Dr. Meier-Gräwe, das das Gemeinsame der Gesundheits- und hauswirtschaftlichen Berufe in den Blick nimmt.

Ute Krützmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fachhochschule Münster, referierte zum Thema: Wie kann ich meine Mitarbeitenden fördern und stärken? Ein guter Ansatz sei es, auf das eigene Berufsleben zu schauen und zu überlegen, an welcher Stelle Voraussetzungen für persönliches Wachstum gegeben waren.

Zudem ist es wichtig, in der Rolle als Führungskraft damit zu beginnen, die Kompetenzen der Mitarbeitenden anzuerkennen und Talente zu identifizieren. Sinnvoll wäre es zum Beispiel, gemeinsam über alle Hierarchieebenen zum Mittagessen zu gehen, meinte die Referentin. Darüber hinaus empfiehlt sie, Kollegen in Sitzungen mitzunehmen. So werden sie integriert.

 „Gemeinsam statt einsam“

Die zweite Hälfte der Tagung begann mit dem Schirmherrn, dem Minister für Soziales und Integration, Manfred „Manne“ Lucha. Minister Lucha betonte in seinem Grußwort, dass sich sein Haus der Rolle der Hauswirtschaft und der hauswirtschaftlichen Berufsbildung in seinem Wirkungsbereich bewusst ist und an vielen Stellen die entsprechenden Weichen gestellt hat, sei es durch die Heimpersonalverordnung oder die qualifizierte Erbringung von Entlastungsleistungen nach dem Pflegestärkungsgesetz. Die LAG könne sich auch weiterhin der Unterstützung seines Hauses gewiss sein.

Anschließend stellte Dorothea Simpfendörfer, Präsidentin des Deutschen Hauswirtschaftsrates, in ihrem Grußwort heraus, welche Stellung die Hauswirtschaft in Baden-Württemberg im Vergleich zu den anderen Bundesländern hat. Als einziges Bundesland nimmt in Baden-Württemberg die Zahl der Ausbildungsplätze zu. Nachdem sie die bisherige Arbeit und die Erfolge des Dachverbundes vorgestellt hatte, warb sie auch unter dem Motto „Schluss mit dem Einzelaktionismus“ für das Projekt eines gemeinsamen Hauswirtschaftskongresses am 23. und 24. September 2019 in Berlin. Fünf große Verbände seien für die Veranstaltung verantwortlich.